Die DIN-Norm DIN 105 regelt Bezeichnung, Festigkeitsklasse, Rohdichte, Format und Lochung von Ziegeln. Die DIN EN 771 ist ihr Nachfolgedokument. Zur Zeit sind neben der DIN EN 771 noch folgende Normteile der DIN 105 gültig:
Man unterscheidet u.a. in:
Mauerziegel werden unter Bezug auf die DIN 105 in folgender Reihenfolge bezeichnet: Ziegelart/ Druckfestigkeit/ Ziegelrohdichte/ Abmessungen (in mm oder durch Vielfache des Dünnformates mit Formatkurzzeichen DF). Beispiel: DIN 105 HlzB 12 - 0,8 - 5DF Ziegel werden mit Kalk-, Kalkzement- oder Zementmörtel (entsprechend der geforderten Duckfestigkeit) im Verband vermauert. Ziegel wurden schon im Altertum für Goßbauten, auch im Gewölbebau, verwendet und später von den germanischen Völkern übernommen. Der Ziegelbau erreichte seine höchste Vollendung in der norddeutschen und ostdeutschen Backsteingotik. Aktuelle Ziegelformate (Mauerziegel)
Historische Ziegelformate (Mauerziegel):
Geschichte des ZiegelsDie Geschichte des Ziegels ist lang, vielleicht ist er so alt wie die Menschheit selbst. Fest steht jedoch, dass der Ziegel bereits am Beginn der uns bekannten Kulturen verwendet wurde.In Ägypten wurde Nilschlamm mit Kamelmist vermischt, in die gewünschte Form gebracht und in der Sonne getrocknet. In Mesopotamien wurden bereits 4.000 Jahre v. Chr. Ziegel gebrannt. 1.000 Jahre später erreichte der Ziegelbau in dieser Region seinen Höhepunkt. In diese Zeit fallen auch die ersten monumentalen Tempelbauten, wie zum Beispiel jener in Uruk. Um 2.000 v. Chr. findet der Urbau des Turmes zu Babylon statt, der mehrfach zerstört, aber ebenso oft wieder aufgebaut wurde. Noch heute stehen in der Umgebung Häuser, bei denen die Jahrtausende alten Ziegel des Turmes zu Babel verwendet wurden. Ausgrabungen in Babylon zeigen, dass allein der östlich des Euphrat gelegene Stadteil eine Ausdehnung von vier Millionen Quadratmetern hatte. Geschützt wurde dieser Stadtteil von Ziegelmauern, deren Kronen sogar von Viergespannen befahren werden konnten. Schon zu Beginn der Hochkulturen wurden Schmuckwände aus Ziegel errichtet. Die hervorstechendsten Beispiele sind wohl die Prozessionsstraße vom Ischtar-Tor bis hin zur Stadt Babili, die König Nebukadnezar errichten ließ, sowie auch der vom Perserkönig Darius I. um 500 v. Chr. erbaute Palast in Susa. Die Kunst der Ziegelherstellung wurde im gesamten Abendland von den Römern verbreitet. Wo immer ihre Feldzüge hinführten - den Ziegel brachten sie mit. Im heute deutschsprachigen Raum legten Sie beispielsweise am Rhein zahlreiche große Ziegelproduktionen an. Die "Deutschen" schauten sich schnell deren Technik ab und verbesserten diese. So stellte man hier bereits die Formlinge in Holzkästen her, während in Italien noch aus größeren Lehmbatzen der Formling mit dem Messer geschnitten wurde. Ab dem zwölften Jahrhundert sind die Lombardei, Frankreich und Deutschland die Zentren des Ziegelbaus. Von der Romanik über die Gotik bis zur Renaissance - der Ziegel hatte immer einen sehr hohen Stellenwert. Die Engländer entwickelten die maschinelle Ziegelherstellung. Die bahnbrechende Weiterentwicklung der Ziegelherstellung wurde jedoch in Deutschland gemacht: Die Strangpresse des Berliner Fabrikanten Schlickeysen (1854) und der 1858 als preußisches und österreichisches Patent gemeldete Ringofen des Baumeister Friedrich Hoffmann. Im Laufe der Zeit wurde die traditionelle Kunst des Ziegelbrennens immer weiter verfeinert und so aus einem uralten Baumaterial ein moderner Werkstoff gemacht. Siehe hierzu auch Informationen zum Thema:
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