Dämmsoffe |
 |
Dämmstoffe sind Materialien mit geringer Wärmeleitung, das in der Bauindustrie, im Anlagenbau oder bei technischen Geräten zur Wärmedämmung, zum Brandschutz und/oder zur Schalldämmungeingesetzt werden. Dämmstoffe weisen eine Reihe bauphysikalischer Kenngrößen auf, sodass ein enger Zusammenhang zwischen
Wärmeschutz,
Brandschutz und
Schallschutz besteht. Insbesondere bei der richtigen Dämmstoffauswahl sind schalldämmende und wärmedämmende Eigenschaften immer gemeinsam zu betrachten und entsprechend auszuwählen. Nicht zu vergessen ist im Baubereich der Brandschutz.
Einteilung von Dämmstoffen
Dämmstoffe können in verschiedene Gruppen eingeteilt werden. Die Einteilung kann nach der Lieferform (Matten, Schüttung etc.), nach dem chemischen Aufbau (anorganische oder organische Dämmstoffe), nach der Herkunft (natürlich, synthetisch) oder dem Verwendungszweck (Wärmedämmung, Trittschalldämmung) erfolgen.
| Materialgruppe |
Matten/Filze |
Platten |
Schüttungen |
| Mineralische Dämmstoffe |
- |
Perlite Schaumglas Kalziumsilikat Mineralschaum |
Perlite Glimmerschiefer Blähglas-Granulat |
Mineralisch-Synthetische Dämmstoffe |
Mineralfasern |
Mineralfasern |
Mineralfaserflocken |
Synthetische Dämmstoffe |
Polyester |
Polystyrol (EPS/XPS) Polyurethan- Hartschaum (PUR) |
- |
| Pflanzliche Dämmstoffe |
Flachs Hanf Kokosfasern Baumwolle |
Holzfasern Kork Schilf Zellulose |
Zellulose Kork Baumwolle Holzspäne Holzfasern |
| Tierische Dämmstoffe |
Schafwolle |
- |
Schafwolle |
Normung von Dämmstoffen
Im Zuge der europäische Harmonisierung der Baunormen sind neue einheitliche Regelwerke entstanden. Bisher wurden die anwendungsbezogenen Produktanforderungen und Prüfmethoden in den jeweiligen nationalen technischen Regelwerken, wie z.B. DIN-Normen, festgelegt. Bei den neuen europäischen Normen wurde strikt zwischen Stoffnormen und Prüfnormen unterschieden, was bisher bei den nationalen Normen nicht der Fall war.
Die europäische Normen für Wärmedämmung haben jetzt ohne Änderung den Status einer nationalen Norm. Dem entgegenstehende nationale Normen mussten bis zum 28.Februar 2003 zurückgezogen werden.
Mit der Einführung der europäischen Normen ändern sich die Abkürzungen Bezeichnungen aller Dämmstoffprodukte.
Die europäische Norm regelt nur die Stoffeigenschaften und enthält die Prüfverfahren sowie die Festlegung für die Konformitätsbewertung, die Kennzeichnung sowie die Etiketierung. Wo diese eingebaut werden dürfen, regelt der Gesetzgeber über eine entsprechende deutsche Anwendungsnorm, der DIN 4108-10 (Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden - Anwendungsbezogene Anforderungen an Wärmedämmstoffe - Teil 10: Werkmäßig hergestellte Wärmedämmstoffe Ausgabe: Juli 2007)
Dämmstoffe werden entweder nach den europäischen Normen oder aber nach bauaufsichtlichen Zulassungen produziert.
Anwendungsgebiete von Dämmstoffen nach DIN 4108-10
| Anwendungsgebiet |
Kurzzeichen |
Anwendungsbeispiele |
| Dach, Decke |
DAD |
Außendämmung von Dach oder Decke, witterungsgeschützt, unter Deckung |
| DAA |
Außendämmung von Dach oder Decke, witterungsgeschützt, unter Abdichtung |
| DUK |
Außendämmung eines Umkehrdaches, der Bewitterung ausgesetzt |
| DZ |
Zwischensparrendämmung |
| DI |
unterseitige Innendämmung der Decke oder des Daches, abgehängte Decke |
| DEO |
Innendämmung unter Estrich ohne Schallschutzanforderungen |
| DES |
Innendämmung unter Estrich mit Schallschutzanforderungen |
| Wand |
WAB |
Außendämmung der Wand hinter Bekleidung |
| WAA |
Außendämmung der Wand hinter Abdichtung |
| WAP |
Außendämmung der Wand unter Putz |
| WZ |
Dämmung von zweischaligen Wänden |
| WH |
Dämmung von Holzrahmen- und Holztafelbauweise |
| WI |
Innendämmung der Wand |
| WTH |
Dämmung zwischen Haustrennwänden |
| WTR |
Dämmung von Raumtrennwänden |
| Perimeter |
PW |
Außenliegende Wärmedämmung (Perimeterdämmung)
von Wänden gegen Erdreich (außerhalb Abdichtung) |
| PB |
Außenliegende Wärmedämmung unter Bodenplatten gegen Erdreich (außerhalb Abdichtung) |
Produkteigenschaften und Kennzeichnung von Dämmstoffen nach DIN 4108-10
Produkt- eigenschaft
| Kurz- zeichen
| Beschreibung
| Anwendungsgebiete
|
Druckbelast- barkeit |
dk |
keine Druckbelastbarkeit |
Zwischensparrendämmung |
| dg |
geringe Druckbelastbarkeit |
unter Estrich im Wohnbereich |
| dm |
mittlere Druckbelastbarkeit |
nicht genutzte Dachflächen |
| dh |
hohe Druckbelastbarkeit |
genutzte Dachflächen |
| ds |
sehr hohe Druckbelastbarkeit |
Parkdeck, Industrieböden |
| dx |
extrem hohe Druckbelastbarkeit |
Parkdeck, Industrieböden |
Wasser- aufnahme |
wk |
keine Anforderungen |
Innendämmung |
| wf |
Wasseraufnahme durch flüssiges Wasser |
Außendämmung Wand |
| wd |
Wasseraufnahme durch flüssiges Wasser und/oder Diffusion |
Perimeterdämmung, Umkehrdach |
| Zugfestigkeit |
zk |
keine Anforderungen |
Hohlraumdämmung |
| zg |
geringe Zugfestigkeit |
Außendämmung Wand hinter Bekleidung |
| zh |
hohe Zugefestigkeit |
Außendämmung Wand unter Putz |
Schall- technische Eigenschaften |
sk |
hohe Zusammendrückbarkeit, Trittschalldämmung |
wenn keine schalltechn. Anforderungen |
| sh |
hohe Zusammendrückbarkeit, Trittschalldämmung |
unter schwimmenden Estrich, Haustrennwand |
| sm |
mittlere Zusammendrückbarkeit, Trittschalldämmung |
unter schwimmenden Estrich, Haustrennwand |
| sg |
geringe Zusammendrückbarkeit, Trittschalldämmung |
unter schwimmenden Estrich, Haustrennwand |
| Verformung |
tk |
keine Anforderungen |
Innendämmung |
| tf |
Dimensionsstabilität unter Feuchte und Temperatur |
Außendämmung der Wand unter Putz |
| tl |
Dimensionsstabilität unter Last und Temperatur |
Dach mit Abdichtung |
Anorganische Dämmstoffe
| Stoffart |
Baustoff- klasse |
DIN EN |
DIN (alt) |
Wärmeleit- fähigkeits-gruppe (WLG) |
Anwendungsgebiete |
| Glaswolle (Mineralwolle MW) |
A2 |
13 162 |
18 165 |
035 - 045 |
Dach: Zwischensparren-/ Aufsparrendämmung
Wand: WDVS, hinterlüftete Dämmung
Decke: Trittschalldämmung
vielseitig einsetzbarer Dämmstoff |
| Steinwolle (Mineralwolle MW) |
A1 + A2 |
13 162 |
18 165 |
035 - 045 |
Dach: Zwischensparren-/ Aufsparrendämmung
Wand: WDVS, hinterlüftete Dämmung
Decke: Trittschalldämmung
Brandschutz |
| Schlackenwolle (Mineralwolle MW) |
A1 |
- |
- |
035 - 040 |
Schlackenwolle wird nur begrenzt eingesetzt
Anlagenbau, Behälterbau
Stopfisolierungen
|
| Schaumglas (CG) |
A1 |
13 167 |
18 174 |
040 - 060 |
Dach: Flachdachdämmung
Keller: Perimeterdämmung
lastabtragende Wärmedämmung |
| Blähglas (Schaumglas-Granulat) |
A1 |
13 167 |
18 174 |
060 - 070 |
Dach: geneigte Dächer
Decke: Hohlraumdämmung
Wand: zweischaliges Mauerwerk
Schotter, Sauberkeitsschicht |
| Blähperlit (EPB) |
A1 + B2 |
13 169 |
- |
050 - 070 |
Dach: Zwischensparrendämmung
Decke: Schüttung
Wand: Schüttung, Kerndämmung
Leichtzuschlag für Mörtel und Estriche
Brandschutz |
| Perlitdämmplatten |
- |
- |
- |
- |
Dach: Flachdach
Decke: abdecken von Schüttungen
Parkdecks |
| Kalziumsilikat |
A1 |
- |
- |
050 - 065 |
Wand: bei problematischen Innendämmungen (Altbausanierung, Fachwerk)
Putzträger, WDVS
Brandschutz |
| Blähglimmer (Vermiculit) |
A1 |
- |
- |
060 - 070 |
Decke: Schüttung
Wand: Kerndämmung
Leichtzuschlag für Mörtel, Putz
Brandschutz |
| Blähton |
A1 |
14 063 |
- |
100 - 160 |
Decke: Schüttung
Leichtzuschlag für Mörtel, Beton, Mauerwerk |
| Naturbims |
A1 |
- |
- |
060 - 080 |
Decke: Schüttung |
| Keramikfasern |
A1 |
- |
- |
090 - 070 |
Schall- und Wärmedämmung bei Indusrtieöfen,Kraftwerken bei sehr hohen Temperaturen
Brandschutz |
| Keramikschaum |
A1 |
- |
- |
- |
Thermische Isolierung und Schalldämmung im Industriebereich |
| Silikatschaum |
A1 + A2 |
- |
- |
045 - 050 |
Decke: Unterseitendämmung
Wand: Außen- und Innendämmung, WDVS |
| Gipsschaum |
- |
- |
- |
045 |
Raumakustik
Wärmeschutz |
| pyrogene Kieselsäure (mikroporöse Dämmstoffe) |
A1 |
- |
- |
020 |
Hochisolation
Vakuumisolaion
Brandschutz |
| Aerogel ( mikroporöse Dämmstoffe) |
A1 |
- |
- |
020 |
Hochleistungswärmedämmung (HLWD)
Vakuumdämmung
Raumfahrt |
| Wärmedämmziegel |
A1 |
bauaufsichtliche Zulassung |
- |
090 - 140 |
Außenwand: monolithisches Mauerwerk |
Organische Dämmstoffe
| Stoffart |
Baustoff- klasse |
DIN EN |
DIN (alt) |
Wärmeleit- fähigkeits-gruppe (WLG) |
Anwendung |
| Polystyrolpartikelschaum (EPS) |
B 1 |
13 163 |
18 164 |
035 - 040 |
Dach: Flachdach
Wand: WDVS
Decke: Wärme-/ Trittschalldämmung
Keller: teilw. Perimeterdämmung |
| Polystyrolextruderschaum (XPS) |
B1 |
13 164 |
18 164 |
035 - 045 |
Dach: Flcahdach,Umkehrdach
Decke: Bodendämmung bei hoher Belastung
Wand: Sockelbereich
Keller: perimeterdämmung bei Feuchtebelastung
Schwimmbaddämmung
lastabtragende Dämmung |
| Polyurethan-Hartschaum (PUR) |
B2 |
13 165 |
18 164 |
020 - 035 |
Dach: Aufsparrendämmung
Decke: Fußbodendämmung
Keller: teilweise als Perimeterdämmung
Dämmung für Installationsleitungen (Heizung) |
| Baumwolle |
B1 + B2 |
- |
- |
040 |
Dach: Zwischensparrendämmung
Wände: Holztafelbau
Hohlräume |
| Schafwolle |
B2 |
- |
- |
040 |
Dach:Zwischensparrendämmung
Wand:Füllung bei Leichtbaukonstruktionen
Decke: Füllung zwischen Balken |
| Flachsfaser |
B2 |
- |
- |
040 - 045 |
Dach: Zwischensparrendämmung
Decke: Holzbalkendecke, Trittsxhalldämmung
Wand: Leichtbau |
| Zelluloseflocken |
B1 + B2 |
- |
- |
040 - 045 |
Einblasdämmung für Hohlräume
oder als Aufsprühung bei senkrechten Flächen
Dach: Zwischensparrendämmung
Wand: Holzständerbauweise |
| Zellulosedämmstoffplatten |
B2 |
- |
- |
040 |
Dach: Zwischensparrendämmung
Wand: Holzständerbauweise |
| Holzweichfaserdämmplatten (WF) |
B2 |
13 171 |
68 755 |
040 - 055 |
Dach: Aufsparrendämmung, Zwischensparrendämmung
Decke: Trittschalldämmung, Abdeckung für Schüttungen
Wand: Leichtbau, Trennwandplatten, WDVS |
| Holzfaser (WF), Holzwolle (WW) |
B2 |
13 168 |
- |
045 |
Hohlraumverfüllung
Dach: Zwischensparrendämmung
Decke: Balkenzwischenräume
Wand: zwischen Holzständern |
| Holzspäne, Hobelspäne |
B2 |
- |
- |
045 - 055 |
Dach: Aufsparren- und Zwischensparrendämmung
Decke: Wärme- und Trittschalldämmung
Wand: Ständerwände, Putzträger, WDVS |
| Holzwolle-Leichtbauplatten (HWL) |
B1 |
- |
1101 + 1102 |
065 - 090 |
Putzträgerplatte, Innenausbau |
| Mehrschicht-Leichtbauplatten (ML-Platten) |
abhängig vom Verbundstoff |
- |
1101 |
065 - 150 |
Putzträgerplatte, Innenausbau |
| Backkork (BK) |
B2 |
13 170 |
18 161 |
045 - 060 |
Dach: Aufsparren- und Zwischensparrendämmung
Decke: Wärme- und Trittschalldämmung
Wand: Ständerwände, Putzträger, WDVS |
| imprägnierter Kork (OK) |
B2 |
13 170 |
18 161 |
055 |
Decke: Wärme- und Trittschalldämmung
Wand: Schallentkopplung
Auflager vonStahlbetondecken |
| Korkschüttung / Korkschrot |
B2 |
13 170 |
18 161 |
050 |
Dach: teilweise als Schüttung für Zwischensparrendämmung
Decke: Hohlraumdämmung
Wand: Kerndämmung
Leichtzuschlag (für Lehmprodukte) |
| Phenolharz-Hartschaum (PF) |
B1 + B2 |
13 166 |
18 164 |
025 - 045 |
- |
| Polyester |
B1 + B2 |
- |
- |
035 - 045 |
Dach: Zwischensparrendämmung
Wand: Trennwand
Decke: zwischen Lagerhölzern, Schallabsorber in Hohlräumen |
| Harnstoff-Formaldehydharz- Ortschaum (UF) |
B1 + B2 |
- |
18 159 |
035 - 040 |
Wand: Ausschäumen von zweischaligem Mauerwerk und Schlitze für Heizungsrohre |
| Melaminharz-Schaum |
B1 |
- |
- |
035 |
Schalldämmung, Akustik-Platten
Warmwasser-/ Solarspeicherdämmung
Fahrzeugbau, Luft-und Raumfahrt |
| Kokosfasern |
B2 |
- |
18 165 |
040 - 050 |
Ausstopfen von Restflächen
Wand: Zwischenwand-/ Hohlraumdämmung
Decke: Trittschalldämmung, Hohlraumdämmung
Vorsatzschalen, Luftschalldämmung |
| Schilf |
B2 |
- |
- |
055 |
Dachdämmung
Putzträgerplatte |
| Stroh |
B2 |
- |
- |
055 - 115 |
- |
| Chinaschilf (Miscanthus) |
- |
- |
- |
- |
- |
Sonstige Dämmstoffe
| Stoffart |
Baustoff- klasse |
DIN EN |
DIN (alt) |
Wärmeleit- fähigkeits-gruppe (WLG) |
Anwendung |
| Transparente Wärmedämmung (TWD) |
- |
- |
1101 |
066 - 140 |
Wand/Fassade: WDVS |
| Vakuumgedämmte Isolationspaneele (VIP) / Vakuumdämmung |
- |
- |
- |
025 - 008 |
Kühltransporte, Transportboxen
Gebäudedämmung (Passivhaus) |
| Schaltbare Wärmedämmung (SWD) |
- |
- |
- |
- |
passive Solarnutzung
alternative zu transparenten Wärmedämmung |
Anwendungstypen von Dämmstoffen (nicht mehr gültig)
Die in der nachfolgend beschriebenen Tabelle aufgeführten alten Bezeichnungen von Anwendungstypen haben ihre Gültigkeit verloren und werden hier nur als Information genannt.
| Typkurzzeichen |
Verwendung im Bauwerk |
Geeignete Produkte nach DIN |
| W |
nicht druckbelastbar, z.B. für Wände, Decken und belüftete Dächer |
1101
18 161
18 164
18 165
18 174 |
| WL |
nicht druckbelastbar, z.B. für Dämmungen zwischen Sparren und Balkenlagen |
18 165 |
| WD |
druckbelastbar, z.B. unter druckverteilenden Böden (ohne Trittschallanforderung) und in Dächern unter der Dachhaut, nach DIN 1101 auch zum Einbetonieren als verlorene Schalung |
1101
18 161
18 164
18 165
18 174 |
| WS |
mit erhöhter Belastbarkeit für Sondereinsatzgebiete, z.B. Parkdecks |
1101 (nur Holzwolle-Leichtbauplatten)
18 161
18 164 |
| WDS |
mit erhöhter Belastbarkeit für Sondereinsatzgebiete, z.B. Parkdecks |
18 174 |
| WDH |
mit erhöhter Druckbelastbarkeitunter Druckverteilenden Böden, z.B. Parkdecks für LKW, Feuerwehrfahrzeuge |
18 174 |
| WV |
beanspruchbar auf Abreißfestigkeit (Querzugfestigkeit), z.B. für Fassaden mit mineralischem Putz
beanspruchbar auf Abreiß- und Scherbeanspruchung, z.B. für angesetzte Vorsatzschalen ohne Unterkonstruktion |
1101
18 165 |
| WB |
beanspruchbar auf Biegung, z.B, zur Bekleidung von windbelasteten Fachwerk- und Ständerkonstruktionen |
1101 |
| T |
Trittschalldämmstoff, z.B. unter schwimmenden Estrichen nach DIN 18 560 Teil 2 |
18 165 |
| TK |
Trittschalldämmstoffe mit geringer Zusammendrückbarkeit, z.B. unter Fertigteilestrichen |
18 165
18 164 |
Gefahren von Mineralfaserdämmstoffen
Die heute hergestellten Mineralfasern aus Glas- und Steinwolle sind frei von Krebsverdacht können jedoch zu Juckreiz und insbesondere bei Menschen mit empfindlicher Haut zu stärkeren Reizreaktionen führen.
Die gesundheitliche und arbeitsschutzrechtliche Bewertung von künstlichen Mineralfasern (KMF), zu denen auch Glas- und Steinwollefasern gehören, ist in der Technischen Regel für Gefahrstoffe (TRGS 521) bzw. in der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) geregelt.
Mineralwolle, die vor 1996 eingebaut wurde, wird als krebsverdächtig eingestuft. Bei einer Sanierung sind entsprechende Materialanalysen durchzuführen und bei positiven Befund die entsprechenden Arbeitsschutzmaßnahmen zu berücksichtigen.
Bereits 1972 wurden erstmals Nachweise veröffentlicht, dass künstliche Mineralfasern für den Menschen gesundheitsschädigend sein könnten.
Seit 1998 sind in Deutschland nur noch Mineralfaserdämmstoffe zugelassen, die nicht krebsverdächtig sind (Biolöslichkeit, KI 40) und deren Filamentdurchmesser größer als 3 µm und somit nicht lungengängig ist.
1994 wurde dazu vom Ausschuss für Gefahrstoffe ein neues Bewertungsschema vorgeschlagen. Danach entscheidet die Beständigkeit der Fasern im menschlichen Körper über die Gefährlichkeit, d.h. je schneller sie sich in der Lunge auflösen, desto geringer ist die Gefahr von Schäden. Entscheidend für diese Biolöslichkeit sind die Anteile bestimmter Mineralien, aus denen ein sogenannter "Kanzerogenitätsindex" (KI) errechnet wird. Empfohlen wird ein KI von mindestens 40. Liegt der Wert über 40, gelten die Fasern als nicht als krebserzeugend.
Die Halbwertszeit bei neuen KI 40-Produkten muss geringer als 40 Tage sein. Das bezieht sich auf die Halbwertzeit der Biolöslichkeit. Hierbei gilt: je höher die Biolöslichkeit, desto niedriger die Halbwertzeit.Bei alten Glasfasern beträgt die Halbwertszeit etwa 150 bis 200 Tage, bei alten Steinwollefasern ca. 300 Tagen.
Im Vergleich dazu ist die Biobeständigkeit (Biopersistenz) von Asbest über 100 Jahre, wobei die Asbestfasern auch noch in Ihrer Struktur extrem gefährlich sind (Längsaufspaltung).
Seit dem 01.06.2000 gilt die "Verbotsordnung". Sie beinhaltet das Verbot des Inverkehrbringens, der Herstellung und der Verwendung von biopersistenten (biobeständigen) künstlichen Mineralfasern für die Wärme- und Schalldämmung im Hochbau und für die technische Isolierung.
Den Nachweis, dass eine Mineralwolle den heutigen Anforderungen genügt, erkennt man am einfachsten am RAL-Gütezeichen Mineralwolle.
Ökologie
Eine Wärmedämmung verhindert Wärmeverluste von Gebäuden an die Umgebung.
Sie ist eine der effektivsten und wichtigsten Maßnahmen, den Energieverbrauch zu verringern
und damit den CO&sub2;-Ausstoß und die Energiekosten zu senken.
Die ökologischen Eigenschaften eines Dämmstoffes werden jedoch nicht nur aus seiner Dämmwirkung,
sondern auch aus dem Energieaufwand bei der Herstellung, den verfügbaren Rohstoffen
und evtl. Schadstoffemission bei der Herstellung bzw. gesundheitliche Auswirkungen auf den Menschen bestimmt. Nicht zu vergessen sind die Kosten einer späteren Entsorgung.
Der Energieeinsatz bei der Herstellung von Wärmedämmstoffen muss sich innerhalb der Nutzungszeit amortisieren,
d.h. dass bei der Produktion der Dämmstoffe nicht mehr Energie verbraucht werden darf, als später eingespart werden kann (Primärenergiebilanz).
Umweltzeichen für Dämmtoffe
Umweltzeichen werden für Dämmstoffe und andere Produkte vergeben, die sich gegenüber anderen Produkten
durch besonders positive ökologische Eigenschaften hervortun.
Die Einteilung erfolgt jedoch nach Unterschiedlichen Kriterien, so dass ein allgemeiner Vergleich nicht möglich ist.
Eines der bekanntesten Umweltzeichen ist der “
Blaue Engel“.
Der Blaue Engel (umgangssprachlich auch Blauer Umweltengel) ist ein seit 1978 vergebenes Prüfsiegel/Gütesiegel für besonders umweltschonende Produkte und Dienstleistungen.
Dieses Umweltzeichen wurde 1978 vom Bundesminister des Inneren und den für Umweltschutz zuständigen Ministern der Bundesländer ins Leben gerufen und soll dort, wo herkömmliche Produkte die Umwelt belasten, umweltfreundliche Entwicklungen und Alternativen erkennbar machen. Unsichtbares soll für Verbraucher, Handel und Hersteller sichtbar werden. Das Umweltzeichen wird an die Hersteller verliehen und diese können auf freiwilliger Basis ihre Produkte damit kennzeichnen.
Siehe hierzu auch Informationen zum Thema :