Skandinavische Straße

Stuck Nagel Berlin: Das Giebelgemälde vor der Sanierung Im Auftrag des Magistrats von Berlin und des Kulturministeriums der DDR, wurde im Sommer 1985 von Manuell Garcia Moia, Nationalpreisträger für Naive Kunst Nicaraguas, gemeinsam mit den Berliner Künstlern Trakia Wendisch und Martin Hoffmann das Gemälde direkt auf einer schwarz grundierten Putzschicht gemait. Schicht für Schicht wurden die hellen Farben aufgetragen bis sie leuchteten. "Mit einer Fläche von 255 qm zählt das Berliner Mural zu den größten und schönsten Bildern naiver Malerei der Welt. Es ist Zeugnis einer außerordentlichen kreativen Kunstepoche der Muralkunst in Lateinamerikas."
(Prof. Dr. David Kunzle, Januar 2005, in seinem Brief an den Regierenden Bürgermeister von Berlin).
Das Giebelgemälde vor der Sanierung

Das Bild "Nicaraguanisches Dorf - Monimbo 1978" zeigt eine karibische Landschaft in Blütenpracht, nur der Betrachter, der sich näher auf das Bild einlässt, entdeckt die Konflikte der Menschen. Bürgerkriegsartige Szenen beleben das detailreiche Bild fast märchenhaft. Moias naive Malerei steht in enger Beziehung zur berühmten "Solentiname" Künstlergruppe, dennoch unterscheidet sie sich deutlich von den "gemahlten Paradiesen". Seine Bilder erzählen vom Sein der Menschen, ihrer schönen Heimat und den tiefen Konflikten. Das Berliner Bild ist hiermit zweifellos ein Antikriegsbild mit Bezug auf ein historisches Ereignis, dem verzweifelten Aufstand der indianischen Bevölkerung gegen die unmenschliche Unterdrückung der Somoza-Herrschaft.

In Berlin hatte der damalige Magistrat bzw. der nachfolgende gemeinsame Senat versäumt, dem international berühmten Nicaragua-Wandgemälde bei der Einigung Deutschlands am 3.Oktober 1990 einen Schutzstatus gemäß § 35 Abs. 2 des Einigungsvertrages zu verleihen.

Nach der Zerstörung des Großwandbildes "Pratronenfest" in Kopenhagen ist das Berliner Gemälde das weltweit einzige Großwandbild des Künstlers. Als Zeichen des Vergessens und als Bereicherung der Kunst im öffentlichen Raum sollte es erhalten werden und in neuer Gestalt erstrahlen. Solidarität, auch der Kunstwelt, tut not.
(Michael Nungesser, Kunstwissenschaftler)
Detailauschnitt des Giebelgemäldes
Detail des Giebelgemäldes

Wir führen bei diesen Bauvorhaben das Wärmedämm-Verbund-System aus. Zur Ausführung kommt das Wärmedämm-Verbund-System M der Firma Quick-Mix. Es besteht aus eine mineralischen Putzträgerplatte, einem nicht wasserabweisenden Armierungsschicht mit Armierungsgewebe, einer 10-15 mm starken Zwischenputzschicht sowie einem wasserabweisenden Oberputz aus Armierungs- und Klebemörtel AKM. Ausgewählt wurde das System unter funktionellen Gesichtspunkten, da das spätere Giebelwandgemälde teilweise sehr dunkel ist.
Gewählt wurde das Lobatherm-Mineralwolle-System. Da die untere Malschicht schwarz ist, wurde auf die Armierungsschicht eine faserverstärkter Zwischenputzschicht aufgetragen, auf der dann der fein gefilzte Oberputz aufgetragen wird.


Weitere Informationen rund um das Thema Wärmeschutz.

Für die Wiederherstellung des Kunstwerkes sammelt derzeit eine Lichtenberger Initiative Geld und Unterschriften. Sie mobilisiert und sensibilisiert die Öffentlichkeit und gewann Sponsoren für die Erhaltungsmaßnahmen, so dass berechtigte Hoffnung besteht, dass Dank ihr mit dem Werterhalt des Bildes noch im Sommer des Jahres 2005 fertig gestellt wird.


Stuck Nagel Berlin: Auftragen des Oberputzes Stuck Nagel Berlin: Auftragen des Oberputzes
Auftragen des Oberputzes


Weitere Informationen zum Wandgemälde


Baubeginn: Juli 2005