Gerichtsgebäude Littenstraße
Das heutige Amtsgericht Mitte in der Littenstraße zählt zu den schönsten Jugendstilgebäuden der Stadt. Es wurde 1904 gebaut und diente als architektonisches Vorbild für alle anschließend errichteten Gerichtete in Berlin.
Das ehemalige Land- und Amtsgericht hinter dem Roten Rathaus war einst das zweitgrößte Bauwerk der Stadt, nur übertroffen vom Schloß. Obwohl 1968 barbarisch dezimiert, ist es vor allem wegen seines imposanten Treppenhauses nach wie vor das interessanteste der zahlreichen prächtigen Gerichtsgebäude Berlins.
Der viergeschossige Komplex erstreckte sich einst über eine Länge von 220 Meter parallel zur S-Bahn-Trasse. Die beiden langen Flügel wurden durch Quertrakte verbunden, zwischen denen sich fünf große und sechs kleinere Lichthöfe befanden. 1968 fiel der nördliche Teil an der Grunerstraße einer Straßenverbreiterung zum Opfer, der vorspringende Risalit an der Littenstraße liegt seitdem nicht mehr in der Mitte der Fassade.
Der Außenbau wurde bei der Wiederherstellung nach dem Krieg stark vereinfacht. Weder das einstige Mansarddach noch die Dachaufbauten wurden rekonstruiert. Das rustizierte Erdgeschoß ist aus Werkstein, die Obergeschosse aus verputztem Backstein gemauert.
Das Stadtgericht war bis 1990 Sitz des obersten Gerichts der DDR. Weitere historistische "Justizpaläste" mit aufwendigen Treppenanlagen finden sich in Moabit, Wedding, Charlottenburg und Schöneberg.
In einem Flur im Souterrain müssen fehlende Deckenvouten wieder neu hergestellt werden, bzw. in Teilbereichen ausgebessert und ergänzt werden.
Dazu wird eine Schablone mit der selben Profilierung wie die vorhandene Deckenvoute hergestellt. Das Gesims wird mit Gipskalkmörtel vorgezogen
und mit reinem Stuckgips überzogen. Größere Fehlstellen im Mauerwerk müssen mit einer Rabitzunterkonstruktion
vorgespannt werden.
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Flurdecke vor den Stuckarbeiten |
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Die Schablone mit dem eingerichteten Lattengang |
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Der Grundzug aus Gipskalkmörtel |
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Der Oberzug mit Gipsmörtel |
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Das fertige Stuckgesims. Putzflächen müssen noch angespachtelt werden. |
Informationen zu Zugarbeiten
Die Decke in einem Treppenhaus unter dem Dachgeschoß sollte wieder originalgetreu als
Kuppel in Rabitz hergestellt werden.
Hergestellt wurde die Unterkonstruktion aus 5 mm und 7 mm starken Rundeisen und Rippenstreckmetall. Um eine exakte Wölbung der Decke zu erreichen wurden Lehrbögen hergestellt.
Die Lehrbögen dienten zur Hilfe zum Spannen für die Unterkonstruktion, damit diese genau gespannt werden
konnte sowie als Lehren für den Oberputz. Nach dem Spannen des Streckmetalls wurde diese mit
Gipshaarkalkmörtel ausgedrückt und aufgekämmt. Der Oberputz wurde mit Gipskalkmörtel geputzt.
und mit dem Schwammbrett gefilzt und geglättet.
Informationen zu Rabitz
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Das Treppenhaus vor Beginn der Rabitzarbeiten.
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Rippenstreckmetall wird in Form
des Gewölbes gespannt.
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Lehrbogen zum Herstellen der gewölbten
Rabitzdecke
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Ausgedrückte Rabitzdecke einschl.
der Lehren und eines Lehrbogens.
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Fertig geputzte Rabitzdecke
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In einigen Räumen befinden sich reich verziehrte Stuckdecken, die restauriert
werden. Fehlende Ornamente und Gesimse werden erneuert.

Überarbeitete Stuckdecke

Überarbeitete Stuckdecke
Ausführungszeit: mehrere Bauabschnitte 1999 bis 2002
Auftraggeber: Senat